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Das Ende

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Im Mai 1945 zerstörte er in Brüx das Kommandogerät der Flak mit einer Handgranate. Seine Einheit versuchte vor der Roten Armee zu fliehen, zunächst gemeinsam, dann getrennt. Er klaute einen Traktor, den er fuhr, bis der Tank leer war, und in einem Kloster ein Fahrrad.

In Karlsbad (heute Karlovy) wurde er von den Amerikanern gefangengenommen. Zwei Wochen verbrachte er im Lager in Eger (heute Cheb). Dort arbeitete er bei der Straßenräumung. Die Verpflegung bestand aus einer halben Scheibe Knäckebrot pro Tag. Schließlich gab es einen Aufruf: "Wer will nach Westdeutschland?"

In einem Güterzug ging es nach Bonn. Auf dem Güterbahnhof Bonn waren keine Wachen aufgestellt, und er floh. Er ging nach Köln, wo er den Rhein auf einer Ponton-Brücke überquerte. Das Haus in Köln-Mülheim war leer und teilweise zerstört. Meine Großmutter und mein Vater waren aufs Land nach Hoffnungstal (im Bergischen Land) geflohen. Bei einem Freund besorgte er sich Zivilkleidung, denn er hatte ja keine Entlassungspapiere. Hinter den Trümmern des Hauses fand er ein intaktes Kinderfahrrad, mit dem er durch den Königsforst (einen Wald in der Nähe von Köln) ebenfalls nach Hoffnungstal fuhr.


Homepage(2)     Weltkrieg-Essay(Titelseite) by Michael Becker, 1/2002. Letzte Änderung: 12/2002.